Schulgarten-Fest

Kooperation und Kompetenz macht im Garten Schule

Ein Fest der Nachhaltigkeit

Genuss aus dem Garten, erst verantwortungsvoll selbst angebaut, dann liebevoll gepflegt und erfolgreich geerntet und schlussendlich kulinarisch für ein leckeres Gastmahl zubereitet? Das verdient nicht allein Lob und Anerkennung, sondern ist ein Teil der Philosophie zur Wissensvermittlung an der Augustenburg Gemeinschaftsschule. Den Löwenanteil an diesem lebensnahen Programm bestreiten mit viel Engagement die Schülerinnen und Schüler der achten Klasse, mit besonderem Eifer die Inklusionsschüler. Anpflanzen und Unkraut jäten bereiten Ben und Emi und den anderen „natürlich“ größten Spaß, wie sie stolz mitteilen, denn sie sehen und genießen die Früchte ihrer Arbeit. Und obendrein ist der Schulgarten ein Allroundtalent in Sachen fächerübergreifender Pädagogik, wie Inna Beier weiß. Die Biologin hatte vor einigen Jahren den Schulgarten neu belebt, heute ist Lehrerin Kristine Klapp die „Hauptgärtnerin“. Für viele Unterrichtsfächer wird er genutzt: „Hier wird nicht nur unterrichtet, sondern selbst gestaltet!“ Auch Deutsch, Religion und naturkundliche Fächer profitieren von der grünen Oase und handwerkliche Fähigkeiten können erkannt und gebildet werden. So wurde der Garten im vergangenen Jahr mit hölzernen Sitzmöglichkeiten möbliert und ein bunter Weg mit Fliesen gestaltet. Die Arbeit im und mit dem Garten unterstützt die Berufsorientierung der Schülerinnen und Schüler maßgeblich. „Im Garten ist die Stimmung gleich eine andere, alle werden ruhiger, die grüne Oase zeigt therapeutische Wirkung“, sagt Miriam Abrecht. Sie ist „Ackerdemie-Coach“, gibt Lehrern Anstöße und Unterstützung zur selbständigen Regie in Schulgärten. Ganz ohne Teamwork wäre nämlich die Naturschule, an der jeder im Rahmen seiner gegebenen Fähigkeiten teilhaben kann, nicht möglich. Rektor Friedbert Jordan dankt daher allen Kooperationspartnern mit Augenzwinkern: „Denn die lila Kuh aus der Werbung gibt es in der Natur nicht wirklich!“

Grötzingen ist eines der ausgewiesenen Karlsruher Energiequartiere der Karlsruher Klima- und Schutzagentur und das unterstützt daher das nachhaltige Projekt des Augustenburg-Schulgartens. „Dieser Acker ist gut bepflanzt“, lobt Maja Jaworski vom KEK zufrieden das Aufgehen und Gedeihen der städtischen Saat in Grötzingen. Die Gemüseackerdemie hat sich zum Ziel gesetzt mit ihrem Bildungsprogramm die Wertschätzung von Lebensmitteln bei Kindern und Jugendlichen zu steigern. Der Wissensverlust im Bereich der Lebensmittelproduktion, sowie der Entfremdung von der Natur und ungesunden Ernährungsgewohnheiten als auch der Verschwendung von Lebensmitteln soll gestoppt werden. Der Förderverein der Schule beteiligt sich finanziell und mental am Projekt, die Ortsverwaltung auch tatkräftig: „Rasen mähen, Bäume schneiden und für die ganz großen und maschinell unterstützten Arbeiten finden wir stets ein offenes Ohr beim Bauhof“, dankt Inna Beier. Durch Förderung, Kooperation und Kompetenz entwickelte sich der Schulgarten zu einem Vorzeigeobjekt für nachhaltiges Lernen und Leben. Das war ein Fest wert, selbstverständlich mit Leckereien aus der eigenen Produktion: Aus dem Garten aufs Büffet! Die Bewunderung der stellvertretenden Ortsvorsteherin Renate Weingärtner kam aus tiefster Grötzinger Seele: „Ich sehe eure Begeisterung und erlebe meine, denn dieses Projekt passt genau in unseren Ort, der ehemals eine ländliche Gemeinde, ein Dorf war. Durch euer Bemühen wird diesem Ursprung ein neues Gesicht gegeben. Vielen Dank!“

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