Auslaufmodell Hauptschule
Zukunftsprojekt Ganztagsgrundschule

Seit Anfang dieser Woche beleben Schlagzeilen, Berichte und Öffentlichkeitsoffensiven zum Thema „Schule" die Presselandschaft in Baden-Württemberg. In Karlsruhe richtet sich dabei das Augenmerk besonders auf Schulen mit neuem Ganztagsbetrieb und auf die bisher 26 Hauptschulen. Neun von ihnen werden bis 2014 auslaufen, darunter die Grötzinger Hauptschule. Für den Rektor durchaus keine Überraschung, er hat es schon lange voraus gesagt: „Immer niedrigere Geburtenraten, immer mehr Eltern wollen ihre Kinder in Realschulen und Gymnasien schicken und die immer weiter sinkende Attraktivität der Hauptschule in den Augen der Öffentlichkeit haben das ihrige dazu getan", sagt Rudolf Karg.
Für die Zukunft „seiner" Schule setzt er sämtliche Akzente auf die kommende Ganztagsgrundschule, von der er sicher ist, dass sie ab dem nächsten Schuljahr im Malerdorf stattfinden wird. Sie ist durch Gemeinde- und Ortschaftsrat bereits beim Kultusministerium beantragt, allerdings in der so genannten „gebundenen" Form, „die von allen schulischen Gremien der GHS Grötzingen so nicht gewollt wird", betont Rektor Karg: „In solch eine Einrichtung muss man sanft einsteigen und vom Grund aus aufbauen. Das geht nicht mit einem Befehl, es braucht die gemeinsame Motivation des Kollegiums. Wir müssen für unsere Ortschaft die passende Form entwickeln!" Diese Entwicklung ist im pädagogischen Konzept schon längst fertig geplant und ausgearbeitet, denn Ideen haben der Rektor und sein Team massenweise. Dafür hat die Schule schon viel anerkennende Zustimmung erhalten, auch von den Schulämtern, ebenso sind bereits fünfzig Prozent des Personalbedarfs für die neue Ganztagsklasse abgedeckt und der Schulleiter ist zuversichtlich, dass die Landesstiftung und das Kultusministerium ausreichende Gelder für dieses Personal zur Verfügung stellen werden. „Viele Unterstützer haben sich in unser Vorhaben positiv eingemischt, darunter der Ortsvorsteher und zahlreiche Bürger und Vereine und mit dem Staatlichen Schulamt sind wir in ständigem Dialog und werden das auch so beibehalten. Wir begrüßen alle Anregungen und befruchtenden Beiträge zum Projekt, nur: Wir werden uns kein unpassendes Schema mit Druck von Außen überstülpen lassen!"
Mit einer besonders erfreulichen Nachricht kann Rektor Rudolf Karg für die Grundschule aufwarten. Die Erkenntnis, dass Unterricht nicht nur im Sitzen erlebt werden kann, oder dass es durchaus sinnvoll ist, Schulstunden für Bewegung und Auslauf im Hof zu unterbrechen, sei nicht neu, er habe schon immer dazu geraten. Doch „Anfang Mai, beim Frühlingsfest, wird uns die Urkunde für die ,Bewegte Schule' verliehen!" Grötzingen ist dann eine ,Grundschule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt'. Ein in möglichst regelmäßigen Abständen erteilter, erfahrungsoffener Unterricht ermöglicht bei täglicher Bewegungszeit den Kindern viele grundlegende körperliche, materiale, sinnliche und soziale Erfahrungen, setzt regelmäßig physiologische Reize, wirkt Bewegungsmangel entgegen und schult koordinative und konditionelle Fähigkeiten.
Rektor Karg hegt einen Herzenswunsch: „Bereits im vergangenen Frühjahr wurde im Ortschaftsrat der Antrag auf einen veränderten Schulhof gestellt. Ein Schulgelände, das vielfältige Bewegungsmöglichkeiten bietet, brächte eine optimale Umsetzung für unser ,bewegtes Schulleben" StS

Nachdruck mit freundlicher Genehmigung aus "Das Pfinztal" (Februar 2010)

urkunde bewegte schule

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