So macht Schule Spaß – Kinder erforschen die Naturgesetze

Experimentiersamstag in der Klasse 2c der Grötzinger Grundschule

Kann Wasser bergauf fließen? Leitet eine Bleistiftmine Strom? Kann ich mir selbst einen Düsenantrieb bauen? Dass dies funktioniert, konnte die Feuersalamander-Klasse 2c der Grundschule Grötzingen am 19. Mai mit eigenen Augen sehen. Um im Klassenzimmer gemeinsam zu experimentieren, kamen die Schülerinnen und Schüler der Klasse von Herrn Walter sogar am Samstag freiwillig in die Schule – und zwar mit ihren Vätern! Die Idee, die in dieser Form zum ersten Mal in der Grundschule Grötzingen umgesetzt wurde, lautet: Kinder experimentieren mit Ihren Papas nach dem Motto „Wir machen die Naturwissenschaft anschaulich“.
6 Väter und eine Mutter hatten sich Experimente an 5 Stationen ausgedacht, bei denen die Kinder mitmachen und mitstaunen konnten. Ausgedacht und organisiert wurde der Tag von den Elternvertreterinnen der Klasse.

Bei der ersten Station ging es um das Verhalten von Flüssigkeiten. „Der Trick mit dem Knick“ zeigte, wie sich mit einen paar Wassertropfen geknickte Streichhölzchen reckten und streckten, ganz so als wäre Zauberei im Spiel. Auf die gleiche Weise konnten die Schülerinnen und Schüler eine Seerose aufblühen lassen. Nach einer kleinen Bastelarbeit wurde die Rose ins Wasser gelegt und man konnte gespannt beobachten, was nun passiert. Sie öffnete sich in ihrer ganzen Pracht.

Keine Flüssigkeit ist wie die andere. Weshalb schwimmt Sahne auf Milch oder warum bilden sich verschiedene Schichten in der Salatsoße? Manche Gegenstände versinken im Wasser, schwimmen aber in einer anderen Flüssigkeit. Warum ist das so? Mit spannenden Experimenten fanden die Kinder selbständig Antworten auf die Fragen.

Auch der Klassiker war natürlich mit von der Partie: Wir basteln einen einfachen Stromkreis mit Batterie und Glühbirnchen. Was bringt das Glühbirnchen zum Leuchten? Die Leitfähigkeit verschiedener Materialien wurde getestet und zur Überraschung vieler leitete auch eine Bleistiftmine Strom. Mit Büroklammern und Reißnägeln konnten die Schülerinnen und Schüler selbst Taster und Schalter basteln und damit ihre Glühbirnen ein- und ausschalten.

 

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Ein Experiment der besonderen Art war der „Brückenbau“ mit dem Klassenlehrer und einer Mutter. Mit Hilfe einer Unterkonstruktion, die die Kinder selbst gebaut hatten, und zweier Wellpappstreifen mit Rillen in Längs- und Querrichtung konnten die Schülerinnen und Schüler selbst austesten, welches Material besser trägt.

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Große Augen gab es da nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei den Papas, als sich zeigte, dass die Pappe mit Längsrillung fünfmal mehr Lasten aushalten konnte als die mit Querrillung. Der Brückenversuch war auch die anschauliche Nachbereitung eines Vortrags, den ein Papa, der selbst Brückenbauingenieur ist, Anfang Mai für die Klasse 2c gehalten hatte. Anhand von Fotos einiger Grötzinger Brücken konnten die Kinder dabei Kenntnisse über die dabei wirkenden Kräfte und Lasten gewinnen.

Die Bilder startender Raketen aus dem Fernsehen kennt jeder. Dahinter verbirgt sich das Prinzip des Rückstoßantriebs, den die Feuersalamander-Klasse mit ganz einfachen Mitteln erforschen konnte. Was man dazu braucht ist eine kleines Holzboot mit einer kleinen Metalldose als Dampfkessel darauf. Ein Teelicht feuert an und bringt das Wasser in der Dose zum Kochen. Durch den Druck des Dampfes strömt dieser nach hinten durch ein kleines Loch aus und der Rückstoß treibt das Boot in der Wasserwanne nach vorne. „Schiff ahoi!“

Kann Wasser bergauf fließen? Bei dieser Station gab es große Augen. Zum Nachzubauen braucht man ein Wasserglas, einen Strohhalm, den man an einem Ende knicken kann, und eine Schüssel zum Auffangen des Wassers. Wenn man den Strohhalm mit dem kurzen Ende ins Glas steckt, das lange Ende nach unten hält und daran saugt, dann fließt das Wasser zunächst im Halm bergauf zum Knick und von da ab über den Strohhalm nach unten. Das Wasser läuft so lange über den Berg, bis der Strohhalm Luft statt Wasser ansaugt.

Schließlich studierten die Kinder das Prinzip des Auftriebs am Beispiel einer Weintraube, die in sehr kohlensäurehaltigen Sprudel getaucht wurde. Zuerst wurden Wetten abgeschlossen, ob die Weintraube schwimmt oder sinkt.

Fasziniert beobachteten die Kinder, wie die Weintraube erst sinkt, dann schwimmt und dann wieder sinkt. Woran das liegt? Die ausperlenden Kohlensäurebläschen lagern sich an der Weintraube an und erhöhen so deren Auftrieb, bis die Weintraube schwimmt. An der Oberfläche platzen die kleinen Gasbläschen, der Auftrieb nimmt ab und die Weintraube sinkt wieder.

Nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen hatten an diesem Samstagvormittag ihre Freude. Experimente machen noch dazu dann besonders viel Spaß, wenn man nach dem Versuch so manche Versuchsanordnung, zum Beispiel Weintrauben und Mineralwasser vertilgen darf. Übrigens erforschen die Feuersalamander nach den Ferien den Grötzinger Wald – so macht Schule Spaß!

 

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