Grötzinger „KLEVER“-Kinder von Ferienaktion begeistert 
Karlsruher Lernverbund (KLEVER) auch in diesem Jahr erfolgreich
Initiatoren hoffen auf Fortsetzung/Beispielhaft für alle Schulen

Mit hochroten Köpfen, verschwitzten Gesichtern, aber voller Erlebnisdrang, standen sie am vergangenen Freitagmittag vor dem Hasenheim der Grötzinger Kleintierzüchter. Erwartungsvoll harrten sie der Dinge, die da kommen sollten, freuten sich mächtig auf das angekündigte „Mittagessen mit Erfrischungen im Freien“. Mittagessen schien zunächst Nebensache zu sein, umso mehr waren aber Erfrischungen gefragt, denn das Thermometer war auf über 30 Grad im Schatten des Tierheimes geklettert.
Die Rede ist von rund 40 Schülerinnen und Schülern der Klassen eins bis vier der Grötzinger Grundschule, die sich für das Ferienprogramm von KLEVER, einem Projekt des Karlsruher Lernverbundes, entschieden hatten. Dieses Projekt, an dem der langjährige Elternbeiratsvorsitzende der Grötzinger Grund- und Hauptschule, Dieter Blum, bereits im Anfangsstadium der Idee vor etwa drei Jahren maßgeblichen Anteil an der anschließenden Verwirklichung hatte, greift in Grötzingen bereits zum wiederholten Mal. Das Programm des Karlsruher Lernverbundes (KLEVER) ist eine bisher beispiellose Kooperation der Stadt Karlsruhe mit der Pädagogischen Hochschule, dem Stadtjugendausschuss, der Stiftung TheoPrax des Fraunhofer Instituts und dem Gesamtelternbeirat. Das Projekt soll einmal alle Schulen der Karlsruher Stadtteile einbeziehen. Nach Aussage ihres Rektors Rudolf Karg ist die Grötzinger Schule eine von bisher fünf Karlsruher Schulen, die für das Projekt ausgesucht worden sind.
Sinn und Zweck der Ferienaktion ist es, das Konzept „projektorientierte Sozialintegration“ der obersten Schulbehörde bis 2005 in den ausgewählten Schulen umzusetzen. Dazu wurde im vergangenen Jahr der Förderverein KLEVER gegründet. Nach dem erfolgreichen Probelauf des Projekts im vorletzten Jahr hatte sich der damalige Grötzinger Elternbeiratsvorsitzende Dieter Blum für eine Fortsetzung der Ferienaktion stark gemacht und dabei Unterstützung bei vielen Eltern gefunden. Martina W., Mutter der achtjährigen Sarah: „Eine prima Aktion. Vielleicht profitieren auch andere Eltern davon, um beispielsweise ihren gemeinsamen Urlaub beweglicher planen zu können. Vor allem sind die Kinder in dieser Zeit zwischen Ferienbeginn und Urlaub gut versorgt und verantwortungsvoll beaufsichtigt“.
Dafür hatte sich in der Planungsphase von KLEVER die heutige Karlsruher Junglehrerin an der Pforzheimer Osterfeld-Realschule, Silke Geschwindner, seinerzeit besonders eingesetzt und an der Entwicklung des Projektprogramms erfolgreich mitgearbeitet. In das heutige Projekt eingebunden sind angehende Pädagoginnen und Pädagogen, die sich intensiv um die Betreuung ihrer Schützlinge kümmern. Wichtig dabei ist, dass das Praktikum bei KLEVER für die weitere pädagogische Ausbildung der Lehramtsanwärter anerkannt wird.
Zusätzlich stellt die Grötzinger Schule zur Betreuung der Aktion sechs gualifizierte Schülerinnen und Schüler der oberen Klassen, die zum Abschluss des Projekts einen so genannten „Quali-Pass" erhalten, den sie im Sinne ihres sozialen Engagements in ihre spätere berufliche Bewerbung einbringen können. Dazu Silke Geschwindner: „Mit meiner Projektarbeit in Grötzingen habe ich wertvolle pädagogische Erfahrungen gemacht und dabei volle Unterstützung der Schulleitung erhalten“.
Doch zurück zu den Grötzinger KLEVER-Kindern. Manuela aus der vierten Klasse: „Das Programm ist Spitze. Der heutige Besuch im Hasenheim und besonders in seinem Streichelzoo war mega. So was kann ich nur weiter empfehlen“. Dies hat Erich Walther, Vorsitzender des Grötzinger Kleintierzuchtvereins C 66, sicher gern registriert. Unterdessen hatte sich eine weitere Gruppe der Schule in einem Pforzheimer Tiergehege umgesehen und sicher gleiche Erfahrungen gesammelt.
Die Aktionstage dauern noch diese Woche an, hatten gestern einen Besuch im Karlsruher Zoo und Schlossgarten auf dem Programm, heute einen „Indianertag“ und morgen einen ganztägigen Besuch bei der Grötzinger Feuerwehr. Es versteht sich von selbst, dass die Grötzinger KLEVER-Kinder bei ihrem Besuch im Hasenheim ein „Loch“ im Magen verspürten. Dies zu stopfen, waren reichlich Maultaschen in der Brüh oder mit Kartoffelsalat aufgefahren worden. Was übrig blieb? Nicht viel.
Als Gast und nicht nur am Rande der Grötzinger KLEVER-Ferienaktion hatte Ortsvorsteher Thomas Tritsch das lebhafte Treiben beobachtet und sicher gedacht, was da wohl auf ihn zukommen könnte. In Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen - jedoch keinesfalls als Konkurrenz zu KLEVER - hat die Grötzinger Ortsverwaltung bis zum Ferienende nach dem positiven Erfolg des vergangenen Jahres erneut eine Betreuungsfreizeit für sechs- bis 15-jährige Schülerinnen und Schüler angeboten. Sie umfasst insgesamt 13 Aktionspunkte, die bereits Ende Juli begonnen haben und am 9. September ausklingen (siehe auch„Das Pfinztal“, Ausgabe 56, vom 20.7.04). NähereProgramminformationen sind über das Grötzinger Rathaus, Tel. 9 48 51-0, oder im Zimmer 7, erhältlich.
GAT

Nachdruck aus „Das Pfinztal Nr. 60, 56. Jahrgang, Dienstag 10. August 2004“ mit freundlicher Genehmigung des Verlages Max Hafner

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