Die Hottscheckhexen übernehmen die Schlüsselgewalt an der Augustenburg Gemeinschaftsschule Grötzingen

Am schmutzigen Donnerstag wurde Schulleiter Friedbert Jordan um die Mittagszeit von den Grötzinger Hottscheckhexen entmachtet. Trotz heftiger Gegenwehr ging die Schlüsselgewalt an die Narrenzunft über. Die Grötzinger Schülerinnen und Schüler freuten sich über die Machtübernahme und bejubelten die Hexen mit lautem Narri-Narro.

Bereits vor der Machtübernahme hatten die ersten Hexen den Hort an der Schule beim Mittagessen überrascht und ließen bei Ihrem Besuch auch einige erschrockene Grundschüler zurück. Im Anschluss feierte dann die Sekundarstufe, hier besonders die Lerngruppen 5 – 7 in der Mensa ihre Befreiung vom Nachmittagsunterricht.  Den Grötzinger Hexen an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für diese Aktion mit der Hoffnung auf einer Wiederholung im kommenden Jahr.

Zeitzeuge aus Österreich in der Augustenburg Gemeinschaftsschule Grötzingen

Menschlichkeit ist das Wesentliche

Zeitzeugen sind oft die besten Geschichtslehrer, weiß Stefanie Friesen. Daher bittet die Lehrerin Franz Teizer in den Unterricht der 10. Jahrgangsstufe. Und wenn der dort berichtet, dass er als Dreijähriger zusammen mit 250 Tausend anderen Österreichern auf dem Wiener Heldenplatz skandierte: „Der Kurt (Schuschnigg) iss furt jetzt geht’s uns gut!“, dann kommt bei Schülerinnen und Schülern eine leise Ahnung von den katastrophalen Folgen menschlicher Unzulänglichkeit auf, wenn diese flankiert ist von krimineller Energie, Erpressung und propagandistischer Hetze. Denn Solches machte 1938 zweifelsfrei innerhalb weniger Tage die Republik Österreich zu einem willfährigen Kampf- und Mordgenossen des Nazistaates Deutschland, mit bekannt bitterem Ende. „Der Hitler hatte halt eine gewaltige Rede gehalten, und ich wollte mit meinen drei Jahren einfach nur an der Begeisterung der Masse Teil haben!“ Es ist mucksmäuschenstill im Raum, als der 1935 geborene Franz Teizer in Grötzingen von seiner Jugend in der Nähe Wiens berichtet. Schon über 300 Jahre ist die Bauernfamilie in Wienerherberg ansässig, nahe dem heutigen Flughafen Wiens und den Flüssen Fischa, Schwechat und Wien. „Hier her kamen die bekannten Schauspieler aus der Hauptstadt zum Angeln, und ich stand gern bewundernd dabei“, erinnert sich Teizer. Es sei eine glückliche Kindheit gewesen, in der man sich das Schwimmen selbst beibrachte und viel miteinander zusammen war, viel miteinander sprach. „Wir hatten gute Eltern, viel Liebe, ein Auskommen durch die Landwirtschaft, aber kein übriges Geld.“ Die Großmütter gebaren jeweils 15 und 16 Kinder, „wie Kaiserin Maria Theresia“, und wurden dennoch sehr viel älter, als der statistische Durchschnitt für die damalige Bevölkerung erwartete. Es ist ein gewaltiger Einschnitt im Leben des jungen Franz, als sich der Krieg dem Ende nähert. Erst erreichen Bomben der Amerikaner und Briten den Ort, dann beobachtet der Neunjährige Abstürze von der Flak getroffener Maschinen und deren Besatzung. Als in Wien die Nahrungsmittel knapp werden, bringt Franz mit dem Onkel auf einem Traktor Getreide und Gemüse für die Verwandten in die große Stadt. Hier her flüchten sich auch die Frauen vom Land: „Man dachte, in der Stadt seien sie sicherer vor den Vergewaltigungen, als auf dem flachen Land.“ Stalin hatte seinen Truppen für einige Tage freie Verfügbarkeit über weibliche Menschen gewährt. Franz‘ Vater bleibt nicht in Wien, er geht zurück zu seinem Hof und Besitz, um diesen zu schützen: Plünderungen sind an der Tagesordnung. Etwa vierzig tote Russen und drei tote Wehrmachtsangehörige findet er dort vor und erfährt – in all den Wirren der Unmenschlichkeit und des Grauens –  erstaunliche Zeichen der Mitmenschlichkeit. Die ihm zugewiesenen Zwangsarbeiter setzten sich für seine Entlassung aus der Haft ein. Ein österreichischer Kommunist denunziert ihn, als er keine Kohlen schaufeln will. Er soll erschossen werden, steht schon an der Wand und der junge Franz bangt um das Leben seines Vaters. Aber der Russe schießt nicht. 1946 wird der Vater im Zuge der Entnazifizierungsmaßnahmen verhaftet. Ein ehemaliger französischer Zwangsarbeiter, nun Besatzungsoffizier, hört davon und setzt sich für die Freilassung ein. Noch vor dem Einmarsch der Sowjets hatten sich viele Pferdefuhrwerke den Weg durch den Ort gebahnt: „Deutschstämmige, die in den Gebieten der Tschechoslowakei und Ungarns um ihr Leben fürchteten.“ Der Treibstoff der Pferde war Gras und pflanzliche Nahrung, die am Rand der Fluchtwege gefunden wurden. An Sprit für Kraftfahrzeuge war kaum zu denken. Franz Teizer hat Anschauungsmaterial mitgebracht, „Haptisches“, Greifbares nennen dies die Pädagogen: Ein Stahlhelm und den Arztkoffer aus Schlangenleder der Tante Steffi. Darin verborgen fand Klaus Teizer, der Vater eines Grötzinger Schülers ist, vor nicht allzu langer Zeit eine Anzahl Briefe: „Manche aus der Kriegszeit, andere aus der Zeit nach dem Krieg, alle vermittelt durch das Rote Kreuz, gelesen, zensiert und gestempelt von verschiedensten Dienststellen der Nationalsozialisten, der Wehrmacht, der USA oder Frankreichs“. Ihre Vermittlungen sind Zeichen des guten Willens in einer mörderischen Zeit. Damit belegt Franz Teizer den Sinn seiner Berichte in der Grötzinger Schule: Menschlichkeit ist das Wesentliche im Leben!“ Und Bildung. Und Mut.

Als Offizier des österreichischen Bundesheeres verweigert Teizer in den 60er-Jahren während einer Maßnahme zum Katastrophenschutz den Befehl Übergeordneter. „Der Aufbau einer Brücke unter diesen Umständen hätte über kurz oder lang zum Einsturz geführt!“ Sträfliche Befehlsverweigerung oder gar Meuterei? „Nein“, sagt Teizer. „Hier wären Menschenleben aufs Spiel gesetzt worden. Vom deutschen Grundgesetz und der österreichischen Verfassung sind die zuvorderst geschützt!“ Noch vor dem Gehorsam. Ein Erfolg der funktionierenden Demokratie: „Ihr müsst wissen, wen Ihr wählt!“ (Steinhardt-Stauch – Grötzingen aktuell)

Überlegungen zur Grundschulempfehlung

Liebe Eltern,
mit der Übersendung der Grundschulempfehlung Anfang Februar liegt es bald an Ihnen, die passende weiterführende Schule für Ihr Kind auszuwählen. Wir möchten Sie mit diesem Informationsschreiben unterstützen, offen und realistisch die zum jetzigen Zeitpunkt passende Schulart für Ihr Kind zu wählen.
Alle Schularten Baden-Württembergs haben sich in den letzten Jahren weiterentwickelt und sind nicht mehr vergleichbar mit dem, was Sie noch aus Ihrer eigenen Schulzeit kennen. Der neue Bildungsplan 2016 hat – als spätes Ergebnis auf die PISA-Ergebnisse – eine Verschiebung der Lerninhalte weg vom Fachwissen hin zu Kompetenzen und eine Angleichung der Inhalte und Fächer unter den Schularten gebracht. Man unterscheidet nun bei gleichen übergeordneten Lerninhalten ein grundlegendes, mittleres und erweitertes Niveau. Unabhängig bieten alle Schularten – neben dem Gymnasium als im Normalfall achtjährigen Schulgang – nach den dort verfügbaren Abschlüssen bei entsprechender Eignung weitere Wege zur Fachholschulreife, zum fachgebundenen Abitur oder auch zum Vollabitur an.
Daher sollten Sie bei Ihren Überlegungen weniger den gewünschten Schulabschluss als Auswahlkriterium verwenden, sondern mehr die derzeitigen Fähigkeiten Ihres Kindes mit den Anforderungen der Schulart vergleichen. Die derzeitig abrufbaren Kompetenzen Ihres Kindes kann Ihnen am besten die unterrichtende Grundschullehrkraft darlegen.

Sollten Sie in Ihrer Entscheidung noch unsicher sein, können Sie nach Ausgabe der Grundschulempfehlung eine Beratungslehrkraft einschalten, die Ihnen mit einem schulischen Test weitere Kriterien für Ihre Entscheidung liefern kann. Aber bedenken Sie bei Ihrer Entscheidung auch: Schulsorgen sind immer auch Familiensorgen!

Grundsätzlich unterscheiden sich Hauptschule, Realschule und Gymnasium von der Gemeinschaftsschule durch eine frühzeitige Festlegung, mit welchem Bildungsplanniveau gearbeitet und somit auch die Klassenarbeiten geschrieben werden.
Die Hauptschule arbeitet und bewertet auf grundlegendem Niveau und führt zum Hauptschulabschluss. Zusätzlich bietet sie aber in der Klasse 10 für stärkere Schüler/innen ein erweitertes grundlegendes Niveau an, mit dem dann ein mittlerer Bildungsabschluss (Werkrealschulabschuss) erreicht wird.
Die Realschule arbeitet und bewertet in den Stufen 5 und 6 ausschließlich auf mittlerem Niveau. Dieses Niveau wird auch bis Klasse 10 weitergeführt und endet dort mit der Realschulabschlussprüfung (nun „Mittlerer Bildungsabschluss“). Ab Ende Klasse 6 muss zum Verbleib auf dieser Niveaustufe eine Versetzung nach der Realschulversetzungsordnung ausgesprochen werden. Wer diese Versetzung nicht erreicht, arbeitet dann in allen Fächern auf grundlegendem Niveau (entweder durch innere Differenzierung oder in einem eigenen Zug) oder muss die Klassestufe wiederholen (1-mal möglich). Auf grundlegendem Niveau kann nach Klasse 9 der Hauptschulabschluss erreicht werden.
Das Gymnasium arbeitet und bewertet immer auf erweitertem (gymnasialem Niveau). Wer dieses Niveau nicht bei allen Fächern abdecken kann, riskiert die Nichtversetzung (1-mal möglich) und eine eventuelle „Abschulung“ auf die Real- oder Gemeinschaftsschule.

Alle drei „alten“ Schularten gehen davon aus, möglichst homogene Gruppen zu bilden, in der Hoffnung, dass dies zu einem besseren Lernergebnis führt.
Diesem Grundgedanken stehen aber diverse empirische Untersuchungen gegenüber, die dem klar widersprechen. Die Hirnforschung belegt, dass es nicht möglich ist, homogene Lerngruppen zu bilden (u.a. Hüther 2009). Diese Ergebnisse führten ab 2012 in Baden-Württemberg zur Einführung der Gemeinschaftsschule als neue Schulart. Hier wurden Erfahrungen der bei PISA weitaus erfolgreicheren skandinavischen Länder übernommen.
Die Gemeinschaftsschule geht grundsätzlich von einer leistungsheterogenen Lerngruppe aus und nutzt die Vielfalt der Potenziale als Chance sowohl für stärkere wie schwächere Schüler/innen. Lernen erfolgt durch Nachahmung. Die Schwächeren lernen von den Stärkeren. Die Stärkeren festigen ihr Können durch lehrende Wiederholung mit den Schwächeren. Die Begleitung durch den Lerncoach und eine entsprechende Lehr-, Lern- und Arbeitsorganisation durch die Lehrkraft ermöglicht eine äußerst differenzierte Arbeitsweise.
Professor Dr. Ulrich Herrmann nennt noch weitere Gründe, die gegen das gegliederte Schulsystem sprechen. Die Selektierung am Ende von Klasse 4 erfolgt nach Noten und Prüfungen und nicht nach Kompetenzen und ist daher oft willkürlich. Eine unterschiedliche Ausprägung der Kompetenzen wie Sprache oder Mathematik beim einzelnen Kind kann im dreigliedrigen Schulsystem nicht adäquat berücksichtigt werden. Besonders die Hauptschule und Realschule können Schülerinnen und Schüler nicht die gleichen Lernerfahrungen anbieten, wie dies das Gymnasium kann. Allerdings besteht besonders im Gymnasium auch die Gefahr, das geforder-te Leistungsniveau nicht zu erreichen und dann die Schulart verlassen zu müssen.
Die Gemeinschaftsschule bietet als Alternative allen(!) Schülerinnen und Schülern Lernerfahrungen über alle Niveaustufen und mit den inklusiv beschulten Schülerinnen und Schülern. Dies ist nur möglich durch den Verzicht auf eine Versetzung am Ende des Schuljahres. In der Gemeinschaftsschule gibt es daher kein „Abschulen“ auf eine „niedrigere“ Schulart, sondern jederzeit die Auswahl von drei Niveaustufen. Diese Entscheidung kann von Fach zu Fach unterschiedlich sein. Erst im zweiten Halbjahr der Stufe 8 erfolgt die erste Festlegung auf den gewünschten Schulabschluss. Zusätzlich entkoppelt das Ganztagesprinzip der Schulart den Erfolg oder Nichterfolg, zumindest teilweise, von notwendigen Unterstützungsmöglichkeiten der Eltern durch Nachhilfe. Dennoch ist die Gemeinschaftsschule eine leistungsorientierte Schule, die den Hauptschulabschluss, den Realschulabschluss und in Karlsruhe an der Drais-Gemeinschaftsschule vermutlich auch das Vollabitur in einer durchgängigen Schulart anbietet. Dass dieses Konzept funktioniert, zeigen die überaus guten Ergebnisse, die von Schülerinnen und Schülern der Augustenburg Gemeinschaftsschule in den letzten beiden Jahren bei den Abschlussprüfungen erreicht wurden.
Bitte nutzen Sie die Informationstage der einzelnen Schularten ab Ende Januar, um weitere Einblicke in die Arbeitsweisen und Anforderungen der Schulen kennenzulernen. Die Termine finden Sie im Regelfall auf den Homepages der Schulen.

Einen interessanten Beitrag zur Thematik Schulwahl finden Sie auch im Januarheft des Magazins „Schule“. Hier der Link zu diesem Artikel – Magazin Schule

Der Schnuppertag an der Augustenburg Gemeinschaftsschule findet am Mittwoch, 29. Januar ab 14:30 Uhr statt und zeigt die Arbeitsweise im Unterricht, aber auch Ausschnitte aus dem Projektangebot der Schule.
Wir wünschen Ihnen eine gute Entscheidung zum Wohle Ihres Kindes und würden uns sehr freuen, Sie an unserem Schnuppertag begrüßen zu dürfen.

Friedbert Jordan, Rektor

Weihnachtsgottesdienst der Sekundarfstufe

Ganz der Tradition folgend hatten wieder verschiedene Religionsgruppen für den letzten Schultag vor den Weihnachtsferien einen Gottesdienst für die Sekundarstufe geplant und vorbereitet. Morgens wurde mithilfe von Herrn Veith, den Religionslehrerinnen und den verantwortlichen Religionsgruppen die Mensa umgebaut, festlich geschmückt und für den Gottesdienst hergerichtet.

Nachdem jede Lerngruppe die ersten zwei Stunden in weihnachtlicher Stimmung und meistens verbunden mit einem gemeinsamen Frühstück verbrachte, versammelte sich die Sek 1 danach in der Mensa. Einzelne Schüler*innen leiteten zusammen mit den Religionslehrerinnen den Gottesdienst. Nach dem Gottesdienst wurde noch gemeinsam gesungen und mit dieser schönen Stimmung in der Lerngruppe das Kalenderjahr 2019 verabschiedet und einen Ausblick auf 2020 und die kommenden Aufgaben und Herausforderungen geworfen.

Schülerinnen der LG 9 übernehmen Teile des Gottesdienstes.

Erster #BreakoutEdu in der Grundschule

Nachdem am 14.11.2019 die Lerngruppe 8 mit den Lernbegleitern Frau Geiß und Herrn Kempf dem Twitteraufruf von Verena Knobloch gefolgt waren und an einem deutschlandweiten BreakoutEdu mit dem Thema „Eine Reise um die Welt“ teilnahmen, hatten die Lernbegleiter die Chancen dieser Methode erkannt und wollten sie auch in anderen Klassenstufen durchführen. So entstand die Idee, in den oberen Grundschulklassen einen Breakout zum Thema Weihnachten durchzuführen.

Was ist ein Breakout?

Zu Beginn wird in einer Rahmengeschichte erklärt, was in der Schatzkiste ist und warum sie dringend geöffnet werden muss. Die Kiste, die mit verschiedenen Schlössern verschlossen ist, soll innerhalb einer vorgegebenen Zeit von den Teilnehmer*innen geöffnet werden. Mithilfe verschiedener Hinweise und Rätsel, die auch versteckt sein können, werden die Schlösser nach und nach geöffnet. Dabei ist Teamwork gefragt. Nur wenn die Gruppe gut zusammenarbeitet, alle Hinweise findet, die Rätsel sinnvoll bearbeitet und die richtigen Kombinationen findet, kann die Kiste geöffnet und der Schatz gehoben werden. Je nach Art der zu lösenden Aufgaben werden digitale Medien (Tablets) zur Bearbeitung eingesetzt. Die digitalen Rätsel sind oft hinter QR Codes versteckt und beinhalten LearningApps Aufgaben, H5P Filme oder Rechercheaufgaben. Am Ende wird in einem kurzen Gespräch die Teamarbeit reflektiert und das Vorgehen besprochen und evaluiert. Diese Unterrichtsmethode eignet sich für alle Jahrgangsstufen und kann z.B. vor Klassenarbeiten/Checks als Wiederholung und Vertiefung eingesetzt werden. Aktuell arbeiten wir gerade daran, dass wir 5 Schatzkisten mit entsprechenden Schlössern zum Ausleihen innerhalb unserer Schule fertigstellen. Material/Rätsel gibt es inzwischen schon einiges online oder wird entsprechend der Themen von den Lehrkräften erstellt und in der Schulbibliothek archiviert.

Gruppentisch zu Beginn des Breakouts

Die 4. Klässler durften klassenintern in der letzten Woche vor den Weihnachtsferien jeweils zwei Schulstunden einem Kobold helfen, seine Freundschaftsfäden zurückzugewinnen, sodass er in der Winterzeit wieder seinen schützenden Mantel tragen kann. Dafür lösten sie fünf Rätsel rund um das Thema Weihnachten. Die Gruppen gingen sehr unterschiedlich an die Lösungen heran, konnten aber alle zu einem zufriedenen Ergebnis kommen. Im Feedbackgespräch konnten sie die Stärken einzelner Gruppenmitglieder erkennen und auch ihre Schwächen benennen. Alle hatten sehr viel Spaß und haben einige neue Details zum Thema Weihnachten gelernt.

Das war sicher nicht der letzte #BerakoutEdu an der AGG!

Schüler*innen beim Lösen eines Rätsels mithilfe eines UV-Stiftes.

Schüler*innen beim Lösen eines Rätsels mithilfe eines Tablets.

Berufsfindungswochen Teil 1

Die Lerngruppe 8 hat im Dezember eine Woche lang den ersten Teil ihrer Berufsfindung absolviert, in der sie die Kompetenzanalyse Profil AC durchgeührt hat und am Berufsinformationszentrum in Karlsruhe war.

Kompetenzanalyse Profil AC

Die LG 8 hat im Dezember die Kompetenzanalyse Profil AC durchgeführt und sich mit den Themen „Neue Schule„, „Grünes Wunder“ und „Schulweg kreativ“ beschäftigt. Die Schüler*innen beschäftigten sich in Kleingruppen mit dem von ihnen, aus den Vorgaben ausgesuchten Thema teils in Gruppenarbeit teils in Einzelarbeit. Die Lernbegleiter waren hierbei Beobachter und erfassten die gezeigten Kompetenzen, die beim Erarbeiten gezeigt wurden.

An zwei weiteren Tagen zeigten die Schüler*innen in computergestützten Tests und Fragebogen weiter ihre Stärken. Der Schwerpunkt dieser Analyse ist es, die Stärken jedes Einzelnen noch genauer zu erfassen, um ihm bei der Berufsfindung genauer beraten zu können.

Berufsinformationszentrum

Am Ende der Woche besuchte die Lerngruppe 8 noch das BIZ (Berufsinformationszentrum) in Karlsruhe.  Hier lernten die Schüler*innen ihre persönliche Ansprechpartnerin kennen, die sie die nächsten Jahre, auch über die Zeit an der AGG hinaus, begleiten und beraten wird. Nach einer kurzen Einführung und Erklärung über das BIZ und seine Funktion, konnten die Schüler*innen über eventuell für sie interessante Berufe und deren  verschiedenen Profile und Anforderungsbereiche recherchieren. Manch einer konnte schon in dieser Woche seinen Berufswunsch einschränken bzw. spezifizieren.

Schüler im BIZ am PC

Karlsruher Landtagsabgeordnete in Grötzingen

Am Dienstag, 3. Dezember besuchten die beiden Karlsruher Landtagsabgeordnete Dr. Ute Leidig und Alexander Salomon die Augustenburg Gemeinschaftsschule Grötzingen um sich vor Ort über die Schulart Gemeinschaftsschule zu informieren. Dabei standen neben dem Schulleiter Friedbert Jordan auch die Konrektorin Christine Schneider und die Sonderpädagogin Marianne Schuh sowie vier Schülerinnen und Schüler Rede und Antwort. Die beiden Abgeordnete zeigten sich vom Neubau der Schule beeindruckt und versicherten weitere Unterstützung zu, damit die Schulart Gemeinschaftsschule neben der Haupt-/Werkrealschule, Realschule und Gymnasium wahrgenommen wird. Besonders die späte Festlegung auf einen gewünschten Schulabschluss sowie die Arbeit auf mehreren Niveaustufen in unterschiedlichen Fächern wurde dabei durch die Schüler/innen und Lehrkräfte angesprochen. Schulleiter Friedbert Jordan forderte weitere personelle Ressourcen, um den unterschiedlichen Ansprüchen der Schüler im Ganztagesbetrieb mit entsprechendem Coaching, aber auch den personellen Bedingungen bei inklusiven Settings gerecht zu werden. Wer an der Bildung spart nimmt den zukünftigen Generationen die Chance, sich auf eine im Wandel befindliche Gesellschaft gut vorbereitet zu sein.

Welche Gründe sprechen für eine Gemeinschaftsschule

Fakten allgemein:

Kann die Wissenschaft der empirischen Bildungsforschung zur Klärung beitragen, welches System leistungsfähiger ist?

„Eine ziemlich relativ leistungshomogene Schülergruppe kann unter entsprechenden Bedingungen rasch zu weiteren Leistungssteigerungen gebracht werden. Aber wenn das Lehrpersonal mit dieser Gruppe wenig Inspirierendes und Förderliches anzufangen weiß, tritt dieser Effekt nicht ein. Das ist derzeit durchschnittlich bei den deutschen Gymnasien so.

Eine sehr „leistungsheterogene“ Schülergruppe kann unter entsprechenden Bedingungen rasch zu erstaunlichen Leistungsgraden geführt werden (….), weil das Personal methodisch didaktisch auf diese Situation vorbereitet ist. Das ist derzeit durchschnittlich bei den deutschen Grundschulen der Fall.“ [1]

Unabhängig von der Schulform beeinflussen noch folgende wichtige Punkte die erbringbare Leistung:

  • Institutionelle Randbedingung
  • Professionalität des Lehrpersonals
  • Differenziertheit der Angebote und Herausforderungen
  • Entsprechende Organisations- und Arbeitsformen
  • Pädagogische Atmosphäre
  • Anstrengungswilligkeit
  • Leistungsbereitschaft

Was ist aber empirisch nachgewiesen:

  1. Die Hirnforschung belegt, dass es nicht möglich ist, homogene Lerngruppen zu bilden. Die Vielfalt der Köpfe in der 1. Klasse der Grundschule unterscheidet sich nichts von der Vielfalt der Köpfe in der letzten Klasse des Gymnasiums[2].
  2. Eine starke Zergliederung in vermeintlich homogene Lerngruppen führt aber bei den schwächsten Lerngruppen zum sogenannten „Rütli-Effekt“. Man versammelt alle schwachen Schüler in einer Schulform, die sich darin auszeichnet, dass in ihr geordneter Unterricht und erfolgreiche Lernarbeit nicht mehr möglich ist.
  3. Die Neurowissenschaften belehren darüber, dass eine leistungsbezogene Trennung erst nach der Pubertät vertretbar erscheint, denn erst in dieser Entwicklungsphase entwickelt sich im Gehirn der Praefrontalcortex, der Sitz unseres differenzierten Denkens und Argumentierens und ermöglichen das Abschätzen von kognitiven Leistungen. Daher sollte erst ab 15/16 eine eigene, dem Entwicklungsalter angemessene Arbeits- und Lernkultur ausgebildet werden.

Die heterogene Lerngruppe sollte in der Vielfalt ihrer Potenziale als eine Chance genutzt werden für die schwächeren und die stärkeren Schüler. Lernen erfolgt durch Nachahmung. Die Schwächeren lernen von den Stärkeren. Die Stärkeren festigen ihr Können durch lehrende Wiederholung mit den Schwächeren. Die Angst, dass die Starken durch die Schwachen im Lernfortschritt gebremst werden, ist ein unrealistisches Szenario und tritt nur dann ein, wenn es keine entsprechende Lehr-, Lern- und Arbeitsorganisation im Klassenzimmer gibt, die dafür sorgt, dass jeder zu seinem Recht kommt und die Schüler nicht durch die Lehrkraft begleitet werden.

Hier eine (unvollständige) Auflistung von Unterscheidungsmerkmale zwischen dem bisherigen drei- oder viergliedrigen Schulsystem und der Gemeinschaftsschule:

Dreigliedriges Schulsystem Gemeinschaftsschule
Die Lehrkräfte übernehmen im Rahmen des Lehrplans die Verantwortung für das Lernen durch die Gestaltung des Unterrichts, Festlegung der Lernschritte, der Methodik u.a. Die Schüler übernehmen im Rahmen des Lehrplans die Verantwortung für ihr Lernen. Die Lehrkraft stellt das Lehrmaterial / die Problemstellung zur Verfügung und führt in die Thematik ein.

Um den Überblick zu behalten dokumentieren die Schüler ihre Arbeit im sog. Lernportfolio. (Dies erst ermöglicht individualisiertes Lernen) Die Schüler lernen, ihre Arbeit selbst zu kontrollieren und suchen sich Ihre Methodik zum Ziel. Dabei hilft ihnen die Lehrkraft. Die Lehrkraft ist somit Lernbegleiter.

Je nach Schulart werden unterschiedliche Niveaustufen angeboten, somit unterscheidet man niedrige (HS), mittlere (RS) und hohe Bildung (Gym) Für die Schüler werden alle Niveaustufen angeboten, man unterscheidet nicht zwischen niedriger und hoher Bildung.

Es ist trotzdem wahrscheinlich, dass nicht jeder Schüler in jedem Fach bei jeder Kompetenz das höchste Niveau erreicht.

Der Bildungsgang ist von Anfang an auf den entsprechenden Schulabschluss ausgelegt. Wechsel sind kaum möglich Der Bildungsgang bietet ein größtmögliches Angebot, der Schüler wählt mit Beratung durch die Lehrkraft die für ihn geeignete Lerninhalte aus und legt sich erst am Ende der Schulzeit auf einen entsprechenden Schulabschluss fest.
Die Lehrkraft legt fest, an welchem Tag die Lernüberprüfung stattfindet. Es wird nur noch auf die Überprüfungen gelernt. Es besteht die Möglichkeit, dass der Schüler über mehrere Termine mitentscheidet, wann er zur Lernüberprüfung bereit ist. Allerdings muss diese Zeitspanne durch die Lehrkraft begrenzt werden.
Lücken im Lernstoff müssen im Elternhaus oder durch Nachhilfe geschlossen werden Langsamere Lerner erhalten (nicht nur durch den Ganztagesbetrieb- siehe Stundentafel) mehr Lernzeit zur Verfügung gestellt. Das Elternhaus muss keine „Nachhilfe“ leisten.
„Lerndurchhänger“ werden durch „Nichtversetzung[3]“ oder „Abschulung“ bestraft „Lerndurchhänger“ sind möglich und können auch wieder aufgeholt werden. Es gibt keine Abstrafung durch Sitzenbleiben!

[1] Prof. Dr. Ulrich Herrmann, Lehren und Lernen, Heft 10 – 2011, S. 34

[2] Hüther 2009, Die Bedeutung sozialer Erfahrung für die Strukturentwicklung des menschlichen Lernens

[3] Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Nachsitzen kein geeignetes Mittel ist, um Lerndefizite aufzuarbeiten

Einweihung der neuen Gebäude der Augustenburg Gemeinschaftsschule sowie der Stadtteilbibliothek

Mit einer stimmigen Einweihungsfeier wurden jetzt auch offiziell die Neubauten an der Augustenburg Gemeinschaftsschule den Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und somit den Bürgern von Grötzingen übergeben. Nach einem gelungenen musikalischen Einstieg durch den Primarstufenchor der Schule unter der Leitung von Dorothea Korn und Joachim Krey ließ Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup nochmal die Entstehungsgeschichte nach den Asbesthorrormeldungen 2013 Revue passieren. Mit 23,6 Millionen Euro hat die Stadt einen zukunftsfähigen Neubau für die Schule aufgestellt. Hier sind nun die räumlichen Voraussetzungen für eine  optimal ausgestatte Gemeinschaftsschule entstanden. Neben den obligatorischen Lernstudios, Inputräumen für den Fachunterricht bietet der barrierefreie Neubau auch auf dem neuesten Stand befindliche Fachräume für die Naturwissenschaften sowie die Fächer AES und BK an. Einzig die Fachräume für Technik, die sich im HD-Bau befinden werden erst in den nun folgenden Jahren aufgerüstet.
Herr Schwinde vom planenden Architekturbüro ging auf die vom Architekturwettbewerb genannten Anforderungen an den Neubau ein und schilderte die Umsetzung vor Ort.
Im Anschluss überreichte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup der Ortsvorsteherin Karen Eßrich die obligatorischen Schlüssel, die dann an Deborah Dörömbözi für die Stadtteilbibliothek und Friedbert Jordan für die Augustenburg Gemeinschaftsschule weitergereicht wurden.
Deoborah Dörömbözi und Rektor Friedbert Jordan brachten Ihren Dank zum Ausdruck und freuten sich auf eine intensive Nutzung in den nächsten Jahren. Zum Abschluss wurde dem beeindruckten Publikum die Schulhymne durch den Chor der Sekundarstufe und allen Lehrkräften im Saal vorgetragen. Die Begleitung erfolgte durch eine kurzfristig gegründete kleine Lehrkräfteband.
Interessierte Eltern können über das Sekretariat gerne einen Link zum Fotoalbum der Veranstaltung erhalten.

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