Karlsruher Landtagsabgeordnete in Grötzingen

Am Dienstag, 3. Dezember besuchten die beiden Karlsruher Landtagsabgeordnete Dr. Ute Leidig und Alexander Salomon die Augustenburg Gemeinschaftsschule Grötzingen um sich vor Ort über die Schulart Gemeinschaftsschule zu informieren. Dabei standen neben dem Schulleiter Friedbert Jordan auch die Konrektorin Christine Schneider und die Sonderpädagogin Marianne Schuh sowie vier Schülerinnen und Schüler Rede und Antwort. Die beiden Abgeordnete zeigten sich vom Neubau der Schule beeindruckt und versicherten weitere Unterstützung zu, damit die Schulart Gemeinschaftsschule neben der Haupt-/Werkrealschule, Realschule und Gymnasium wahrgenommen wird. Besonders die späte Festlegung auf einen gewünschten Schulabschluss sowie die Arbeit auf mehreren Niveaustufen in unterschiedlichen Fächern wurde dabei durch die Schüler/innen und Lehrkräfte angesprochen. Schulleiter Friedbert Jordan forderte weitere personelle Ressourcen, um den unterschiedlichen Ansprüchen der Schüler im Ganztagesbetrieb mit entsprechendem Coaching, aber auch den personellen Bedingungen bei inklusiven Settings gerecht zu werden. Wer an der Bildung spart nimmt den zukünftigen Generationen die Chance, sich auf eine im Wandel befindliche Gesellschaft gut vorbereitet zu sein.

Welche Gründe sprechen für eine Gemeinschaftsschule

Fakten allgemein:

Kann die Wissenschaft der empirischen Bildungsforschung zur Klärung beitragen, welches System leistungsfähiger ist?

„Eine ziemlich relativ leistungshomogene Schülergruppe kann unter entsprechenden Bedingungen rasch zu weiteren Leistungssteigerungen gebracht werden. Aber wenn das Lehrpersonal mit dieser Gruppe wenig Inspirierendes und Förderliches anzufangen weiß, tritt dieser Effekt nicht ein. Das ist derzeit durchschnittlich bei den deutschen Gymnasien so.

Eine sehr „leistungsheterogene“ Schülergruppe kann unter entsprechenden Bedingungen rasch zu erstaunlichen Leistungsgraden geführt werden (….), weil das Personal methodisch didaktisch auf diese Situation vorbereitet ist. Das ist derzeit durchschnittlich bei den deutschen Grundschulen der Fall.“ [1]

Unabhängig von der Schulform beeinflussen noch folgende wichtige Punkte die erbringbare Leistung:

  • Institutionelle Randbedingung
  • Professionalität des Lehrpersonals
  • Differenziertheit der Angebote und Herausforderungen
  • Entsprechende Organisations- und Arbeitsformen
  • Pädagogische Atmosphäre
  • Anstrengungswilligkeit
  • Leistungsbereitschaft

Was ist aber empirisch nachgewiesen:

  1. Die Hirnforschung belegt, dass es nicht möglich ist, homogene Lerngruppen zu bilden. Die Vielfalt der Köpfe in der 1. Klasse der Grundschule unterscheidet sich nichts von der Vielfalt der Köpfe in der letzten Klasse des Gymnasiums[2].
  2. Eine starke Zergliederung in vermeintlich homogene Lerngruppen führt aber bei den schwächsten Lerngruppen zum sogenannten „Rütli-Effekt“. Man versammelt alle schwachen Schüler in einer Schulform, die sich darin auszeichnet, dass in ihr geordneter Unterricht und erfolgreiche Lernarbeit nicht mehr möglich ist.
  3. Die Neurowissenschaften belehren darüber, dass eine leistungsbezogene Trennung erst nach der Pubertät vertretbar erscheint, denn erst in dieser Entwicklungsphase entwickelt sich im Gehirn der Praefrontalcortex, der Sitz unseres differenzierten Denkens und Argumentierens und ermöglichen das Abschätzen von kognitiven Leistungen. Daher sollte erst ab 15/16 eine eigene, dem Entwicklungsalter angemessene Arbeits- und Lernkultur ausgebildet werden.

Die heterogene Lerngruppe sollte in der Vielfalt ihrer Potenziale als eine Chance genutzt werden für die schwächeren und die stärkeren Schüler. Lernen erfolgt durch Nachahmung. Die Schwächeren lernen von den Stärkeren. Die Stärkeren festigen ihr Können durch lehrende Wiederholung mit den Schwächeren. Die Angst, dass die Starken durch die Schwachen im Lernfortschritt gebremst werden, ist ein unrealistisches Szenario und tritt nur dann ein, wenn es keine entsprechende Lehr-, Lern- und Arbeitsorganisation im Klassenzimmer gibt, die dafür sorgt, dass jeder zu seinem Recht kommt und die Schüler nicht durch die Lehrkraft begleitet werden.

Hier eine (unvollständige) Auflistung von Unterscheidungsmerkmale zwischen dem bisherigen drei- oder viergliedrigen Schulsystem und der Gemeinschaftsschule:

Dreigliedriges Schulsystem Gemeinschaftsschule
Die Lehrkräfte übernehmen im Rahmen des Lehrplans die Verantwortung für das Lernen durch die Gestaltung des Unterrichts, Festlegung der Lernschritte, der Methodik u.a. Die Schüler übernehmen im Rahmen des Lehrplans die Verantwortung für ihr Lernen. Die Lehrkraft stellt das Lehrmaterial / die Problemstellung zur Verfügung und führt in die Thematik ein.

Um den Überblick zu behalten dokumentieren die Schüler ihre Arbeit im sog. Lernportfolio. (Dies erst ermöglicht individualisiertes Lernen) Die Schüler lernen, ihre Arbeit selbst zu kontrollieren und suchen sich Ihre Methodik zum Ziel. Dabei hilft ihnen die Lehrkraft. Die Lehrkraft ist somit Lernbegleiter.

Je nach Schulart werden unterschiedliche Niveaustufen angeboten, somit unterscheidet man niedrige (HS), mittlere (RS) und hohe Bildung (Gym) Für die Schüler werden alle Niveaustufen angeboten, man unterscheidet nicht zwischen niedriger und hoher Bildung.

Es ist trotzdem wahrscheinlich, dass nicht jeder Schüler in jedem Fach bei jeder Kompetenz das höchste Niveau erreicht.

Der Bildungsgang ist von Anfang an auf den entsprechenden Schulabschluss ausgelegt. Wechsel sind kaum möglich Der Bildungsgang bietet ein größtmögliches Angebot, der Schüler wählt mit Beratung durch die Lehrkraft die für ihn geeignete Lerninhalte aus und legt sich erst am Ende der Schulzeit auf einen entsprechenden Schulabschluss fest.
Die Lehrkraft legt fest, an welchem Tag die Lernüberprüfung stattfindet. Es wird nur noch auf die Überprüfungen gelernt. Es besteht die Möglichkeit, dass der Schüler über mehrere Termine mitentscheidet, wann er zur Lernüberprüfung bereit ist. Allerdings muss diese Zeitspanne durch die Lehrkraft begrenzt werden.
Lücken im Lernstoff müssen im Elternhaus oder durch Nachhilfe geschlossen werden Langsamere Lerner erhalten (nicht nur durch den Ganztagesbetrieb- siehe Stundentafel) mehr Lernzeit zur Verfügung gestellt. Das Elternhaus muss keine „Nachhilfe“ leisten.
„Lerndurchhänger“ werden durch „Nichtversetzung[3]“ oder „Abschulung“ bestraft „Lerndurchhänger“ sind möglich und können auch wieder aufgeholt werden. Es gibt keine Abstrafung durch Sitzenbleiben!

[1] Prof. Dr. Ulrich Herrmann, Lehren und Lernen, Heft 10 – 2011, S. 34

[2] Hüther 2009, Die Bedeutung sozialer Erfahrung für die Strukturentwicklung des menschlichen Lernens

[3] Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Nachsitzen kein geeignetes Mittel ist, um Lerndefizite aufzuarbeiten

Einweihung der neuen Gebäude der Augustenburg Gemeinschaftsschule sowie der Stadtteilbibliothek

Mit einer stimmigen Einweihungsfeier wurden jetzt auch offiziell die Neubauten an der Augustenburg Gemeinschaftsschule den Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und somit den Bürgern von Grötzingen übergeben. Nach einem gelungenen musikalischen Einstieg durch den Primarstufenchor der Schule unter der Leitung von Dorothea Korn und Joachim Krey ließ Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup nochmal die Entstehungsgeschichte nach den Asbesthorrormeldungen 2013 Revue passieren. Mit 23,6 Millionen Euro hat die Stadt einen zukunftsfähigen Neubau für die Schule aufgestellt. Hier sind nun die räumlichen Voraussetzungen für eine  optimal ausgestatte Gemeinschaftsschule entstanden. Neben den obligatorischen Lernstudios, Inputräumen für den Fachunterricht bietet der barrierefreie Neubau auch auf dem neuesten Stand befindliche Fachräume für die Naturwissenschaften sowie die Fächer AES und BK an. Einzig die Fachräume für Technik, die sich im HD-Bau befinden werden erst in den nun folgenden Jahren aufgerüstet.
Herr Schwinde vom planenden Architekturbüro ging auf die vom Architekturwettbewerb genannten Anforderungen an den Neubau ein und schilderte die Umsetzung vor Ort.
Im Anschluss überreichte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup der Ortsvorsteherin Karen Eßrich die obligatorischen Schlüssel, die dann an Deborah Dörömbözi für die Stadtteilbibliothek und Friedbert Jordan für die Augustenburg Gemeinschaftsschule weitergereicht wurden.
Deoborah Dörömbözi und Rektor Friedbert Jordan brachten Ihren Dank zum Ausdruck und freuten sich auf eine intensive Nutzung in den nächsten Jahren. Zum Abschluss wurde dem beeindruckten Publikum die Schulhymne durch den Chor der Sekundarstufe und allen Lehrkräften im Saal vorgetragen. Die Begleitung erfolgte durch eine kurzfristig gegründete kleine Lehrkräfteband.
Interessierte Eltern können über das Sekretariat gerne einen Link zum Fotoalbum der Veranstaltung erhalten.

Hitzefrei in der letzten Schulwoche

Die angesagten tropischen Temperaturen lassen einen sinnvollen Unterricht ab der Mittagszeit nicht mehr zu. Daher gilt für diese Woche folgende Regelung:

Primarstufe:

  • Dienstag:  Unterrichtsende 12:15 Uhr
  • Mittwoch und Donnerstag: Unterrichtsende 11:15 Uhr – Klassenausflüge an diesen Tagen laufen wie geplant, bitte Sonnenschutz mitgeben!
  • Freitag: letzter Schultag: Unterrichtsende 11:15 Uhr

Sekundarstufe:

  • ?Montag: Unterrichtsende vor dem letzten Block?
  • Dienstag bis Donnerstag: Unterrichtsende nach dem Mittagessen (13:30 Uhr)
  • Freitag, letzter Schultag: Unterrichtsende nach der 4. Stunde

Besuch von Frau Thomaschny in der LG 5.2 am 26.06.2019

Passend zu unserem aktuellen BNT-Thema „Gesund leben – Unsere Zähne“ besuchte uns die Mutter einer Schülerin, Frau Thomaschny, der Lerngruppe 5-2. Frau Thomaschny arbeitet in einer Zahnarztpraxis und ist dort u.a. zuständig für die Prophylaxe. Dementsprechend kennt sie sich bestens aus, wie man Karies und andere Zahnerkrankungen verhindern kann.

Sie informierte uns ausführlich über die Entstehung von Karies und korrekte Zahnpflege. Durch einen Versuch, der in Kleingruppen durchgeführt wurde, konnten die Schülerinnen und Schüler selbst erkennen, dass eine fluoridhaltige Zahnpasta ein fester Bestandteil der Zahnhygiene sein soll.

Zum Abschluss erhielten die Kinder Zahnfärbetabletten. Diese färbten Zahnbeläge ein. Somit wurde angezeigt, an welchen Stellen Zahnbeläge waren und ob diese älter oder jünger als 12 Stunden waren. Frau Thomaschny konnte so jedem Kind individuell Rückmeldung geben, wo besser geputzt werden sollte.

Wir danken Frau Thomaschny für Ihre Bereitschaft unseren Schultag mit Ihrem Wissen und Ihrer Expertise zu bereichern.

L. Zollinger

Lernstufe 9 auf Klassenfahrt in Berlin

Eine ereignisreiche Woche erlebten die Schülerinnen und Schüler der Stufe 9 unserer Gemeinschaftsschule bei ihrer Klassenfahrt nach Berlin. Einen ausführlichen Bericht erfolgt nach den Pfingstferien. Hier schon mal die ersten Eindrücke!

Besuch des Bundestags und Gesprächsrunde mit Herrn Wellenreuther
Traumwetter und Urlaubsfeeling vor dem Brandenburger Tor

Realschulabschlussprüfung an der Augustenburg Gemeinschaftsschule

Heute starteten an allen Gemeinschaftsschulen, Realschulen und Gymnasien in Baden-Württemberg die Abschlussprüfungen mit dem Fach Deutsch. So auch an der Augustenburg Gemeinschaftsschule Grötzingen. 40 Schülerinnen und Schüler arbeiteten ab 8:00 Uhr konzentriert an ihrem ausgewählten Thema. Nach 4 Stunden verließen  die meisten doch mit einem guten Gefühl die Begegnungsstätte.

Am kommenden Freitag steht dann das Fach Mathematik, nächste Woche am Dienstag noch Englisch auf dem Prüfungsplan.

Wir wünschen allen unseren Schülerinnen und Schülern eine gute Prüfung und damit einen erfolgreichen Abschluss Ihrer sechsjährigen Schulzeit an der Augustenburg Gemeinschaftsschule in Grötzingen.

Wir ziehen um

Liebe Lehrkräfte,

liebe Eltern und Schüler/innen,

in den nun vor uns liegenden Osterferien findet der von uns lange herbeigesehnte Umzug der Klassenstufen 6 – 9 aus den Containern in den HD-Bau und Neubau C statt. Die Umzugskartons sind gefüllt, die Materialien der Lehrkräfte und Schüler verstaut und die Spedition ist beauftragt. Wir hoffen nun natürlich, dass alle Tische, Stühle, Möbel, Whiteboards, Laptops und Unterlagen nach den Ferien in den richtigen Zimmern gelandet und die elektronischen Geräte auch einsatzbereit sind. Mein Dank geht an alle beteiligten Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, mein Sekretariat und Herrn Veith, die sich durch die Hektik nicht anstecken ließen und sich nun auf die Ferien freuen können. Allerdings werden Lehrkräfte und Personal der Schule bereits in der zweiten Ferienwoche wieder in der Schule unterwegs sein, um einen einigermaßen reibungslosen Start am 29. April gewährleisten zu können.

An diesem Tag wird auch die neue Mensa ihren Betrieb aufnehmen. Wir hoffen, dann auch die immer noch nicht zufriedenstellende Essensauswahl unserer Cateringfirma in die richtige Richtung positiv beeinflussen zu können. Unser bewährtes Mensateam unter der Leitung von Frau Fitzi freut sich auf möglichst viele Esser in der freundlichen Atmosphäre der Neubaumensa.

Nach dem heutigen Stand werden die Schülertransporte zum Unterrichtsbeginn und –ende in den ersten Tagen nach den Ferien noch an der Augustenburgstraße halten. Der Umzug in die Staigstraße erfolgt dann nach Fertigstellung der Beschilderung.

Ich wünsche allen Lehrkräften, allen Schülerinnen und Schülern und allen weitern an der Schule Beschäftigten ein paar Tage des Durchschnaufens. Gemeinsam freuen wir uns auf die Nutzung der neuen Räume unserer Schule.

 

SYSTEM ERROR – Jahrgang 10 bei der Schulkinowoche

Letzten Dienstag machten sich 23 interessierte Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 auf den Weg in die Kaiserpassage nach Karlsruhe.

Wir sahen den Film System Error von Florian Opitz. Der Film nimmt die Grundprinzipien unseres Wirtschaftssystems genauer unter die Lupe. Wachstum, Arbeit und Wohlstand für alle – geht das überhaupt noch? Haben wir das System noch unter Kontrolle oder kontrolliert es uns?

Der Film zeigt unterschiedliche Akteure des globalen Wirtschaftssystems, lässt Großbauern und Fondsmanager zu Wort kommen. Aufnahmen aus verschiedenen Produktionsstätten veranschaulichen Wirtschaftsprozesse heute. Immer wieder geben Aufnahmen aus dem Weltall den Impuls, Dinge „von außen“ zu betrachten.

System Error stellt viele Fragen, gibt jedoch keine Antworten – „Sind Sie Optimist oder Pessimist?“ – war dann auch eine der ersten Fragen an den Filmemacher Florian Opitz, der uns im Anschluss an den Film per Skype live aus Berlin zugeschaltet war. Es entwickelte sich ein anregendes Gespräch und gab einigen Einblick, wer hinter diesem Film steht.

System Error ist ein interessanter Film, der aktuelle Themen aus dem EWG-Unterricht und auch aus den Diskussionen um Fridays for Future aufgreift. Auf alle Fälle ließ der Film einige nachdenkliche Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 zurück.

 

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