Überlegungen zur Grundschulempfehlung

Liebe Eltern,
mit der Übersendung der Grundschulempfehlung Anfang Februar liegt es an Ihnen, die pas-sende weiterführende Schule für Ihr Kind auszuwählen. Wir möchten Sie mit diesem Informationsschreiben unterstützen, offen und realistisch die zum jetzigen Zeitpunkt passende Schulart für Ihr Kind zu wählen.
Alle Schularten Baden-Württembergs haben sich in den letzten Jahren weiterentwickelt und sind nicht mehr vergleichbar mit dem, was Sie noch aus Ihrer eigenen Schulzeit kennen. Der neue Bildungsplan 2016 hat – als spätes Ergebnis auf die PISA-Ergebnisse – eine Verschiebung der Lerninhalte weg vom Fachwissen hin zu Kompetenzen und eine Angleichung der Inhalte und Fächer unter den Schularten gebracht. Man unterscheidet nun bei gleichen übergeordneten Lerninhalten ein grundlegendes, mittleres und erweitertes Niveau. Unabhängig bieten alle Schularten – neben dem Gymnasium als im Normalfall achtjährigen Schulgang – nach den dort verfügbaren Abschlüssen bei entsprechender Eignung weitere Wege zur Fachholschulreife, zum fachgebundenen Abitur oder auch zum Vollabitur an.
Daher sollten Sie bei Ihren Überlegungen weniger den gewünschten Schulabschluss als Auswahlkriterium verwenden, sondern mehr die derzeitigen Fähigkeiten Ihres Kindes mit den Anforderungen der Schulart vergleichen. Die derzeitig abrufbaren Kompetenzen Ihres Kindes kann Ihnen am besten die unterrichtende Grundschullehrkraft darlegen. Sollten Sie in Ihrer Entscheidung noch unsicher sein, können Sie nach Ausgabe der Grundschulempfehlung eine Beratungslehrkraft einschalten, die Ihnen mit einem schulischen Test weitere Kriterien für Ihre Entscheidung liefern kann. Aber bedenken Sie bei Ihrer Entscheidung auch: Schulsorgen sind immer auch Familiensorgen!
Grundsätzlich unterscheiden sich Hauptschule, Realschule und Gymnasium von der Gemeinschaftsschule durch eine frühzeitige Festlegung, mit welchem Bildungsplanniveau gearbeitet und somit auch die Klassenarbeiten geschrieben werden.
Die Hauptschule arbeitet und bewertet auf grundlegendem Niveau und führt zum Hauptschulabschluss. Zusätzlich bietet sie aber in der Klasse 10 für stärkere Schüler/innen ein erweitertes grundlegendes Niveau an, mit dem dann ein mittlerer Bildungsabschluss (Werkrealschulabschuss) erreicht wird.
Die Realschule arbeitet und bewertet in den Stufen 5 und 6 ausschließlich auf mittlerem Niveau. Dieses Niveau wird auch bis Klasse 10 weitergeführt und endet dort mit der Realschulabschlussprüfung (nun „Mittlerer Bildungsabschluss“). Ab Ende Klasse 6 muss zum Verbleib auf dieser Niveaustufe eine Versetzung nach der Realschulversetzungsordnung ausgesprochen werden. Wer diese Versetzung nicht erreicht, arbeitet dann in allen Fächern auf grundlegendem Niveau (entweder durch innere Differenzierung oder in einem eigenen Zug) oder muss die Klassestufe wiederholen (1-mal möglich). Auf grundlegendem Niveau kann nach Klasse 9 der Hauptschulabschluss erreicht werden.
Das Gymnasium arbeitet und bewertet immer auf erweitertem (gymnasialem Niveau). Wer dieses Niveau nicht bei allen Fächern abdecken kann, riskiert die Nichtversetzung (1-mal möglich) und eine eventuelle „Abschulung“ auf die Real- oder Gemeinschaftsschule.
Alle drei „alten“ Schularten gehen davon aus, möglichst homogene Gruppen zu bilden, in der Hoffnung, dass dies zu einem besseren Lernergebnis führt.
Diesem Grundgedanken stehen aber diverse empirische Untersuchungen gegenüber, die dem klar widersprechen. Die Hirnforschung belegt, dass es nicht möglich ist, homogene Lerngruppen zu bilden (u.a. Hüther 2009). Diese Ergebnisse führten ab 2012 in Baden-Württemberg zur Einführung der Gemeinschaftsschule als neue Schulart. Hier wurden Erfahrungen der bei PISA weitaus erfolgreicheren skandinavischen Länder übernommen.
Die Gemeinschaftsschule geht grundsätzlich von einer leistungsheterogenen Lerngruppe aus und nutzt die Vielfalt der Potenziale als Chance sowohl für stärkere wie schwächere Schüler/innen. Lernen erfolgt durch Nachahmung. Die Schwächeren lernen von den Stärkeren. Die Stärkeren festigen ihr Können durch lehrende Wiederholung mit den Schwächeren. Die Begleitung durch den Lerncoach und eine entsprechende Lehr-, Lern- und Arbeitsorganisation durch die Lehrkraft ermöglicht eine äußerst differenzierte Arbeitsweise.
Professor Dr. Ulrich Herrmann nennt noch weitere Gründe, die gegen das gegliederte Schulsystem sprechen. Die Selektierung am Ende von Klasse 4 erfolgt nach Noten und Prüfungen und nicht nach Kompetenzen und ist daher oft willkürlich. Eine unterschiedliche Ausprägung der Kompetenzen wie Sprache oder Mathematik beim einzelnen Kind kann im dreigliedrigen Schulsystem nicht adäquat berücksichtigt werden. Besonders die Hauptschule und Realschule können Schülerinnen und Schüler nicht die gleichen Lernerfahrungen anbieten, wie dies das Gymnasium kann. Allerdings besteht besonders im Gymnasium auch die Gefahr, das geforder-te Leistungsniveau nicht zu erreichen und dann die Schulart verlassen zu müssen.
Die Gemeinschaftsschule bietet als Alternative allen(!) Schülerinnen und Schülern Lernerfahrungen über alle Niveaustufen und mit den inklusiv beschulten Schülerinnen und Schülern. Dies ist nur möglich durch den Verzicht auf eine Versetzung am Ende des Schuljahres. In der Gemeinschaftsschule gibt es daher kein „Abschulen“ auf eine „niedrigere“ Schulart, sondern jederzeit die Auswahl von drei Niveaustufen. Diese Entscheidung kann von Fach zu Fach unterschiedlich sein. Erst im zweiten Halbjahr der Stufe 8 erfolgt die erste Festlegung auf den gewünschten Schulabschluss. Zusätzlich entkoppelt das Ganztagesprinzip der Schulart den Erfolg oder Nichterfolg, zumindest teilweise, von notwendigen Unterstützungsmöglichkeiten der Eltern durch Nachhilfe. Dennoch ist die Gemeinschaftsschule eine leistungsorientierte Schule, die den Hauptschulabschluss, den Realschulabschluss und in Karlsruhe an der Drais-Gemeinschaftsschule vermutlich auch das Vollabitur in einer durchgängigen Schulart anbietet. Dass dieses Konzept funktioniert, zeigen die überaus guten Ergebnisse, die von Schülerinnen und Schülern der Augustenburg Gemeinschaftsschule in den letzten beiden Jahren bei den Abschlussprüfungen erreicht wurden.
Bitte nutzen Sie die Informationstage der einzelnen Schularten ab Ende Januar, um weitere Einblicke in die Arbeitsweisen und Anforderungen der Schulen kennenzulernen. Die Termine finden Sie im Regelfall auf den Homepages der Schulen. Der Schnuppertag an der Augustenburg Gemeinschaftsschule findet am Mittwoch, 29. Januar ab 14:30 Uhr statt und zeigt die Arbeitsweise im Unterricht, aber auch Ausschnitte aus dem Projektangebot der Schule.
Wir wünschen Ihnen eine gute Entscheidung zum Wohle Ihres Kindes und würden uns sehr freuen, Sie an unserem Schnuppertag begrüßen zu dürfen.

Friedbert Jordan, Rektor

Rückblick der ersten Klassen

In ihrer ersten Zeit in der Schule durften unsere Erstklässler bereits einiges erleben. Neben dem Kennenlernen der Mitschüler, der Lehrkräfte und der Schule sowie dem obligatorischen Lernen der Zahlen und schon vieler Buchstaben, gab es noch mehr:

  • Ausflug zum Augustenberg
  • Besuch des Kinderkammerkonzerts im Badischen Staatstheater Siegerehrung vom Ballonflug-Wettbewerb Bundesweiter Vorlesetag mit klassenübergreifenden Aktionen zu dem Buch: „Die fliegenden Bücher des Mister Penumbra“
  • Autorenlesung bei der Karlsruher Bücherschau Adventssingen der Grundschule Klassenweihnachtsfeier Offene Weihnachtswerkstatt der Klassen 1a, 1b, 2a und 4c

Diese kunterbunten Aktionen eröffneten den Kindern vielfältige Erfahrungen und boten Raum für Begegnung. Von einem dieser Angebote möchte ich ausführlich berichten:

Augustenburger Erstklässler zu Besuch auf dem Augustenberg

Wie alle unsere Erstklässler waren in diesem Jahr auch die Drachenklasse 1a und die Katzenklasse 1b eingeladen, das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg zu besuchen. Für uns als direkte Nachbarn und auch Namensverwandte stellt dieser Ausflug ein besonderes Highlight dar: Sowohl im Rahmen des Sachunterrichts zum Thema Apfel, als auch als heimatkundliche Unternehmung.
Die Katzenklasse 1b machte sich am 15. Oktober bei schönstem Sonnenschein in Begleitung ihrer Klassenlehrerin Frau Huber, zweier Mütter und der Patinnen aus der vierten Klasse auf den Weg. Aufgrund des gesperrten Ausgangs im Hof gingen wir durch den Neubau, hoch zur Steigstraße.  Als wir nach kurzem Fußweg ankamen, wurde zuerst einmal gevespert. Frisch gestärkt waren alle Kinder für unsere Führung über das Gelände bereit. Zwei Mitarbeiter aus dem Bereich Gartenbau begrüßten uns herzlich und besprachen mit den Kindern die Verhaltensregeln und beschrieben, was uns erwartete. Jeder von uns erhielt eine Tüte zum Sammeln verschiedener Fundstücke und los ging es.

Übers nasse Gras entlang der Obstplantagen kamen wir an Kiwipflanzen, Sonnenblumen und Weinreben vorbei zu einem Wildbienen-Nistplatz. Hier wussten viele Kinder bereits über die Wichtigkeit von Bienen und anderer Insekten für den Obstanbau Bescheid.

Die beiden Herren zeigte uns auch die Netze, die über den Apfelbäumen gespannt sind. Diese schützen die Äpfel nicht nur vor Hagel, sondern auch vor Sonnenbrand.
Nun durften alle einen Apfel pflücken, später fünf Esskastanien und fünf Walnüsse sammeln. All dies kam in unsere Tüten. Außerdem sahen wir hohe dünne Stangen als Aussichtsplattform für Greifvögel, die die Bäume ganz natürlich vor Wurzelfraß durch Mäuse schützen. Nachdem wir erfahren hatten, wie man schwarze und rote Johannisbeersträucher unterscheiden kann, wenn keine reifen Früchte daran hängen, sang die Klasse 1b im Walnusshain das Lied „Der Herbst ist da“ vor.
Nach einem Gang durch Gewächshaus trafen wir uns an Sitzgelegenheiten unter Bäumen zur Apfelsaft- und Apfelverkostung. Hmmmm, das war der krönende Abschluss eines schönen Ausfluges. Herzlichen Dank an das Team vom Augustenberg für dieses ganzheitliche Erlebnis!

Ursula Huber, Klassenlehrerin der Klasse 1b

„Weihnachtsfilm“ zum Jahresabschluss

Nach drei wunderschönen Adventstreffen der gesamten Primarstufe trafen wir uns alle am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien in der Mensa.
Gemeinsam schauten wir uns einen Film über einen Schneemann an. Die schöne Musik, die tollen Bilder und die spaßige Geschichte bereiteten uns viel Freude. Das herzliche Kinderlachen zeigte uns Lehrern, dass der Film bei den Kindern sehr gut ankam.
Danach feierten die einzelnen Klassen u.a. mit gemeinsamem Frühstück, Spielen und Geschichten weiter.

Wir wünschen allen Kindern und ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute für 2020!

Die Grundschüler*innen in der Mensa beim Schauen des Weihnachtsfilms.

Karlsruher Landtagsabgeordnete in Grötzingen

Am Dienstag, 3. Dezember besuchten die beiden Karlsruher Landtagsabgeordnete Dr. Ute Leidig und Alexander Salomon die Augustenburg Gemeinschaftsschule Grötzingen um sich vor Ort über die Schulart Gemeinschaftsschule zu informieren. Dabei standen neben dem Schulleiter Friedbert Jordan auch die Konrektorin Christine Schneider und die Sonderpädagogin Marianne Schuh sowie vier Schülerinnen und Schüler Rede und Antwort. Die beiden Abgeordnete zeigten sich vom Neubau der Schule beeindruckt und versicherten weitere Unterstützung zu, damit die Schulart Gemeinschaftsschule neben der Haupt-/Werkrealschule, Realschule und Gymnasium wahrgenommen wird. Besonders die späte Festlegung auf einen gewünschten Schulabschluss sowie die Arbeit auf mehreren Niveaustufen in unterschiedlichen Fächern wurde dabei durch die Schüler/innen und Lehrkräfte angesprochen. Schulleiter Friedbert Jordan forderte weitere personelle Ressourcen, um den unterschiedlichen Ansprüchen der Schüler im Ganztagesbetrieb mit entsprechendem Coaching, aber auch den personellen Bedingungen bei inklusiven Settings gerecht zu werden. Wer an der Bildung spart nimmt den zukünftigen Generationen die Chance, sich auf eine im Wandel befindliche Gesellschaft gut vorbereitet zu sein.

Adventstreffen der Primarstufe

Nach einigen Jahren der Bauzeit (in denen wir die Sporthalle wegen des gesperrten Notausgangs nicht für Großgruppen nutzen durften) konnten wir dieses Jahr endlich wieder ein gemeinsames Adventstreffen der Primarstufe veranstalten.

Jeden Montag in der Adventszeit treffen wir uns in besinnlicher Runde zum gemeinsamen Singen, Geschichten- und Gedichte hören.

Eine wunderschöne Einstimmung auf die jeweilige Adventswoche.

Adventstreffen der Primarstufe

Die Primarstufe bei ihrem gemeinsamen Adventstreffen in der Sporthalle der AGG zum gemeinsamen Singen, Geschichten- und Gedichte hören.

Autorenlesung „Kuddelmuddel im Klassenzimmer“

Am Mittwoch, 20.11.2019, war ich mit allen 1. und 2. Klässlern bei der Lesung „Kuddelmuddel im Klassenzimmer“. Das war sehr cool. Der Roboter Roki hat die ganze Schule auf den Kopf gestellt. Der Autor Andreas Hüging hat sich passende Lieder zu der Geschichte ausgedacht.

"Kudelmuddel im Klassenzimmer"

Die 1. und 2. Klässler der AGG bei der Autorenlesung von Andreas Hüging „Kudelmuddel im Klassenzimmer“.

Wir durften mitsingen. Mein Lieblingslied war „Muffabfuhr, da kommt die Muffabfuhr“. Dann sind wir mit der Bahn wieder zurück nach Grötzingen gefahren.

– Schülerin der Klasse 2b –

KiKoMobil an der Augustenburg Gemeinschaftsschule

Eine Woche der Augustenburg Gemeinschaftsschule mit dem KiKoMo

„Ein Schutzrettich für alle!“ Kettensäge-Künstler Guntram Prochaska gibt eine besondere Vorstellung zu besonderem Anlass im Schulhof. „Das ist heute der künstlerische Auftakt für eine Woche, in der unsere Schüler küchennah den Umgang mit regionalen Produkten, gesunder Ernährung und Nachhaltigkeit erfahren“, lobt Schulleiter Friedbert Jordan die Initiative für diese Aktionswoche. Einen ersten Anstoß dazu hatte Lehrerin Frau Milla gegeben, „und der Förderkreis der Schule hat sofort mit einer großzügigen finanziellen Spende Unterstützung zugesagt“.

Da war es kein weiter Weg zu Veronika Pepper, die als ehemalige Vorsitzende des Elternbeirates einen bekannten Ruf an der Schule hat. Heute bewährt sie sich aktiv bei Tischlein Deck Dich e.V., einem Verein, der mit Empathie und Erfolg das innovative KinderKoch-Mobil betreibt. Am vergangenen Montag hieß es bei der Vernissage mit Guntram Prochaska: Vorhang hoch für KiKoMo in der Augustenburg Gemeinschaftsschule! „Eine wunderbare Veranstaltung ganz im Sinne unseres Stadtteilkulturkonzeptes“, freut sich Ortsvorsteherin Karen Eßrich. „Kunst, Kultur, Natur und Schule, KiKoMo-Woche passt genau zu uns!“

Jahrbuch 2018/19 erhältlich

Liebe Eltern,

liebe Schülerinnen und Schüler,

das Jahrbuch 18/19 wird derzeit durch die Lehrkräfte in den Klassen verteilt. Wir freuen uns, mit dieser kleinen Broschüre wieder einen Jahresrückblick über das zurückliegende Schuljahr anbieten zu können. Selbstverständlich freuen wir uns auch, das Jahrbuch an unsere ehemaligen Schülerinnen und Schüler der Stufe 4 und 10 auszugeben. Kommt einfach im Sekretariat vorbei!

Unser besonderer Dank geht an den Förderkreis der Schule, ohne dessen finanzielles Engagement der Druck dieses Jahrbuchs nicht möglich wäre. Wir bitten Sie daher, bitte die auf dem Jahrbuch vermerkten 2,50 € Spende über die Lehrkräfte an den Förderkreis zurückzugeben. Vielen Dank!

 

Welche Gründe sprechen für eine Gemeinschaftsschule

Fakten allgemein:

Kann die Wissenschaft der empirischen Bildungsforschung zur Klärung beitragen, welches System leistungsfähiger ist?

„Eine ziemlich relativ leistungshomogene Schülergruppe kann unter entsprechenden Bedingungen rasch zu weiteren Leistungssteigerungen gebracht werden. Aber wenn das Lehrpersonal mit dieser Gruppe wenig Inspirierendes und Förderliches anzufangen weiß, tritt dieser Effekt nicht ein. Das ist derzeit durchschnittlich bei den deutschen Gymnasien so.

Eine sehr „leistungsheterogene“ Schülergruppe kann unter entsprechenden Bedingungen rasch zu erstaunlichen Leistungsgraden geführt werden (….), weil das Personal methodisch didaktisch auf diese Situation vorbereitet ist. Das ist derzeit durchschnittlich bei den deutschen Grundschulen der Fall.“ [1]

Unabhängig von der Schulform beeinflussen noch folgende wichtige Punkte die erbringbare Leistung:

  • Institutionelle Randbedingung
  • Professionalität des Lehrpersonals
  • Differenziertheit der Angebote und Herausforderungen
  • Entsprechende Organisations- und Arbeitsformen
  • Pädagogische Atmosphäre
  • Anstrengungswilligkeit
  • Leistungsbereitschaft

Was ist aber empirisch nachgewiesen:

  1. Die Hirnforschung belegt, dass es nicht möglich ist, homogene Lerngruppen zu bilden. Die Vielfalt der Köpfe in der 1. Klasse der Grundschule unterscheidet sich nichts von der Vielfalt der Köpfe in der letzten Klasse des Gymnasiums[2].
  2. Eine starke Zergliederung in vermeintlich homogene Lerngruppen führt aber bei den schwächsten Lerngruppen zum sogenannten „Rütli-Effekt“. Man versammelt alle schwachen Schüler in einer Schulform, die sich darin auszeichnet, dass in ihr geordneter Unterricht und erfolgreiche Lernarbeit nicht mehr möglich ist.
  3. Die Neurowissenschaften belehren darüber, dass eine leistungsbezogene Trennung erst nach der Pubertät vertretbar erscheint, denn erst in dieser Entwicklungsphase entwickelt sich im Gehirn der Praefrontalcortex, der Sitz unseres differenzierten Denkens und Argumentierens und ermöglichen das Abschätzen von kognitiven Leistungen. Daher sollte erst ab 15/16 eine eigene, dem Entwicklungsalter angemessene Arbeits- und Lernkultur ausgebildet werden.

Die heterogene Lerngruppe sollte in der Vielfalt ihrer Potenziale als eine Chance genutzt werden für die schwächeren und die stärkeren Schüler. Lernen erfolgt durch Nachahmung. Die Schwächeren lernen von den Stärkeren. Die Stärkeren festigen ihr Können durch lehrende Wiederholung mit den Schwächeren. Die Angst, dass die Starken durch die Schwachen im Lernfortschritt gebremst werden, ist ein unrealistisches Szenario und tritt nur dann ein, wenn es keine entsprechende Lehr-, Lern- und Arbeitsorganisation im Klassenzimmer gibt, die dafür sorgt, dass jeder zu seinem Recht kommt und die Schüler nicht durch die Lehrkraft begleitet werden.

Hier eine (unvollständige) Auflistung von Unterscheidungsmerkmale zwischen dem bisherigen drei- oder viergliedrigen Schulsystem und der Gemeinschaftsschule:

Dreigliedriges Schulsystem Gemeinschaftsschule
Die Lehrkräfte übernehmen im Rahmen des Lehrplans die Verantwortung für das Lernen durch die Gestaltung des Unterrichts, Festlegung der Lernschritte, der Methodik u.a. Die Schüler übernehmen im Rahmen des Lehrplans die Verantwortung für ihr Lernen. Die Lehrkraft stellt das Lehrmaterial / die Problemstellung zur Verfügung und führt in die Thematik ein.

Um den Überblick zu behalten dokumentieren die Schüler ihre Arbeit im sog. Lernportfolio. (Dies erst ermöglicht individualisiertes Lernen) Die Schüler lernen, ihre Arbeit selbst zu kontrollieren und suchen sich Ihre Methodik zum Ziel. Dabei hilft ihnen die Lehrkraft. Die Lehrkraft ist somit Lernbegleiter.

Je nach Schulart werden unterschiedliche Niveaustufen angeboten, somit unterscheidet man niedrige (HS), mittlere (RS) und hohe Bildung (Gym) Für die Schüler werden alle Niveaustufen angeboten, man unterscheidet nicht zwischen niedriger und hoher Bildung.

Es ist trotzdem wahrscheinlich, dass nicht jeder Schüler in jedem Fach bei jeder Kompetenz das höchste Niveau erreicht.

Der Bildungsgang ist von Anfang an auf den entsprechenden Schulabschluss ausgelegt. Wechsel sind kaum möglich Der Bildungsgang bietet ein größtmögliches Angebot, der Schüler wählt mit Beratung durch die Lehrkraft die für ihn geeignete Lerninhalte aus und legt sich erst am Ende der Schulzeit auf einen entsprechenden Schulabschluss fest.
Die Lehrkraft legt fest, an welchem Tag die Lernüberprüfung stattfindet. Es wird nur noch auf die Überprüfungen gelernt. Es besteht die Möglichkeit, dass der Schüler über mehrere Termine mitentscheidet, wann er zur Lernüberprüfung bereit ist. Allerdings muss diese Zeitspanne durch die Lehrkraft begrenzt werden.
Lücken im Lernstoff müssen im Elternhaus oder durch Nachhilfe geschlossen werden Langsamere Lerner erhalten (nicht nur durch den Ganztagesbetrieb- siehe Stundentafel) mehr Lernzeit zur Verfügung gestellt. Das Elternhaus muss keine „Nachhilfe“ leisten.
„Lerndurchhänger“ werden durch „Nichtversetzung[3]“ oder „Abschulung“ bestraft „Lerndurchhänger“ sind möglich und können auch wieder aufgeholt werden. Es gibt keine Abstrafung durch Sitzenbleiben!

[1] Prof. Dr. Ulrich Herrmann, Lehren und Lernen, Heft 10 – 2011, S. 34

[2] Hüther 2009, Die Bedeutung sozialer Erfahrung für die Strukturentwicklung des menschlichen Lernens

[3] Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Nachsitzen kein geeignetes Mittel ist, um Lerndefizite aufzuarbeiten

Einladung zum Elternabend „Smartphones, Soziale Netzwerke und Co“

Einladung zum Elternabend „Handy …..“

Liebe Eltern,

wie bereits im Oktoberbrief angekündigt, möchte ich hier nochmals zu unserem Elternabend mit Herrn Clemens Beisel am

Donnerstag, 21. November 2019 um 19:30 Uhr (Mensa Neubau C)

einladen.

Kinder / Jugendliche und ihre Handys: In jeder kleinen Pause – und öfter als uns lieb ist auch dazwischen – wird aufs Handy geschaut, fotografiert und getextet.

Aber was machen junge Menschen da eigentlich? Wer weiß genau, was sich alles bei Facebook, WhatsApp, Instagram oder Snapchat abspielt und was ist Tik Tok?

Und noch wichtiger für uns, die mit Jugendlichen arbeiten, sie erziehen oder betreuen: was machen 1.000 Klicks mit einer jungen Person? Wann wird aus Zoff Cybermobbing? Wann wird ein Videospiel zur Sucht? Welche Gefahren bergen eigentlich Social Media und wie können wir Kinder und Jugendliche hilfestellend beraten? Und mit welchem Vorbild schreiten wir voran, wenn auch unser Tag vom Smartphone bestimmt wird? Und wann ist der richtige Zeitpunkt für das erste Smartphone?

Herr Beisel ist Diplom-Sozialpädagoge und anerkannte Fachkraft für soziale Medien. Unser Elternabend dient auch der Vorinformation für die Eltern der jetzigen Fünftklässler zu dem im Januar folgenden Workshop in Jahrgangsstufe 5. Die jetzigen Sechstklässler haben bereits im Frühjahr diesen Workshop erhalten, hier konnten wir den Elternabend nicht vorab durchführen. Die Informationen durch Herrn Beisel sind aber für alle Eltern ab der Jahrgangsstufe 4 bis zur Jahrgangsstufe 10 interessant. Wir würden uns daher freuen, möglichst viele Eltern an diesem Abend begrüßen zu dürfen.

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